.Michael  Lindemann
 
 

Fotografie


Fotografieren hilft mir innerlich  zur Ruhe zu kommen. Wenn der Kopf voll ist von E- Mails, Telefon, Beruf und ich nicht mehr abschalten kann gibt es nur eins: Kamera in die Hand und raus.

Nicht einfach drauflosknipsen, sondern das Bild aufnehmen, in der Kamera und in mir. Durch die Fotografie hat sich meine Wahrnehmung geändert. Ganz alltägliche Dinge sehe ich anders: Was sich in einer Pfütze spiegelt, Architektur aus einem anderen Blickwinkel oder eine Blüte mal ganz nah.

In den letzten Jahren hatte ich ganz unterschiedliche Kameras und Ausrüstungen: Messsucher- Kameras, Spiegelreflexkameras, alle möglichen Objektive und alles analog und digital.
Um wieder bewusster zu fotografieren habe ich mir nun die Fuji X100V gekauft. Die Festbrennweite (f2,0/ 28 mm, entspricht 35 mm Kleinbild) zwingt mich näher an das Objekt heranzugehen. 

Die X100V bietet mir durch die haptisch sehr angenehmen mechanischen Einstellräder einen bewussteren Umgang mit Blende, Verschlusszeit und ISO- Einstellungen. Sie beherrscht außerdem Fokus- Stacking, welches bei Makroaufnahmen einen durchgängigen Schärfebereich ermöglicht.
Verschiedene Filmsimulationen (simuliert alte Analogfarbfilme) und die wirklich sehr guten Ergebnisse auch im JPG- Format kenne ich ja schon von anderen Fuji- Kameras, bei der X100V kommt noch dazu, dass sie unverschämt toll aussieht.

Alle anderen Gründe für die X100V sind ausreichend auf YouTube zu finden.






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Galerie 




Fokus Stacking


Bei Makroaufnahmen ist durch die Nähe des Objektiv zum Objekt die Schärfentiefe sehr gering, d.h. das bei Objekten, welche nicht flach sind oft nur ein geringer Teil scharf dargestellt werden kann. Zwar wird manchmal die geringe Schärfentiefe als gestalterisches Mittel bewusst eingesetzt, weitaus häufiger möchte man aber das Objekt über die gesamte Tiefe scharf darstellen.
Die Schärfentiefe hängt im Wesentlichen von 3 Faktoren ab: Blende, Brennweite des Objektivs und Abstand vom Objektiv zum Objekt. Bei einem definierten Objektiv (Brennweite) und dem bei Makroaufnahmen geringen Abstand zum Objekt bleibt auf physikalischer Ebene nur die Blende als Variable (hohe Blendenzahl = starkes Schließen der Blende = mehr Schärfentiefe).  Wegen des Effekts der Beugungsunschärfe (will ich hier nicht erklären, bitte mal im Internet nachlesen) sollte man aber die Blende nicht weiter als bis Wert f=8 schließen. Somit ist die Schärfentiefe wiederum meist zu gering.

Eine Lösung hierfür ist  das Fokus Stacking. Hier werden mehrere Bilder mit jeweils versetztem Fokuspunkt gemacht und dieser „Stapel“ zu einem Bild mit erhöhter Schärfentiefe verrechnet.
Dafür ist unbedingt ein Stativ notwendig, da dafür die exakt gleiche Ausrichtung der Kamera zum Objekt erhalten bleiben muss. Abhängig von der Tiefe des Objekts können so bis zu 40 Bilder und mehr notwendig sein. Dies händisch durchzuführen ist dann kaum noch möglich. Moderne Kameras (auch die Fuji X100V) haben daher ein Fokus Stacking Programm, in welchem Anzahl der Bilder, Abstufung der Fokuspunkte und Zeit zwischen den Aufnahmen eingestellt werden kann. Nach dem Auslösen schießt die Kamera dann automatisch die entsprechenden Bilder mit den eingestellten Parametern. Das Verrechnen der einzelnen Bilder zu einem Gesamtbild erfolgt nicht in der Kamera, dafür benötigt man z.B. Adobe Photoshop oder auch freie Software wie Picolay.
Folgend einmal 2 Beispiele, welche ich mit jeweils 15 Bildern erstellt habe. Das Bild des Taschenmessers in der Bildersammlung (oben) wurde auf die gleiche Weise, allerdings nur mit 10 Bildern gemacht.






Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.







Fokus nur vorn

Blende f/8

Fokus nur hinten

Blende f/8

15 Bilder mit fortlaufendem Fokus

Stapel mit Bildbearbeitung zusammengesetzt








Fokus nur vorn

Blende f/8

Fokus nur hinten

Blende f/8

25 Bilder mit fortlaufendem Fokus

Stapel mit Bildbearbeitung zusammengesetzt



Galerie